Auf gute Nachbarschaft
im Servitenviertel
Die Neugestaltung des Servitenviertels ist ein Erfolg – doch das Ziel einer rundum guten Nachbarschaft braucht aktives Handeln. Unsere aktuelle Umfrage mit 137 Teilnehmer:innen und zahlreichen persönlichen Rückmeldungen zeigt: Die Bewohner:innen schätzen ihr Grätzl sehr, sind aber besorgt über die aktuellen Entwicklungen bei Sicherheit, Sauberkeit und sozialem Miteinander.
Das Servitenviertel ist lebendig wie nie zuvor. Über 50 % der Befragten nutzen die Fußgängerzone täglich. Es ist ein wichtiger Ort der Begegnung geworden. Doch damit die gute Nachbarschaft für alle funktioniert, darf die Politik bei den auftretenden Problemen nicht wegsehen.
Die Ergebnisse im Überblick
Sicherheit – Damit Nachbarschaft angstfrei bleibt: Obwohl die Servitengasse verkehrsberuhigt ist, bleibt die Sorge vor Unfällen ein dominantes Thema. Durchfahrende Autos und zu schnelle Lieferdienste gehören für 72 Teilnehmer:innen zu den größten Ärgernissen im Grätzl.
- Was wir hören: Eltern berichten von gefährlichen Situationen für ihre Kinder, die in der Fußgänger:innenzone frei laufen und spielen können sollten.
- Unsere Ableitung: Gute Nachbarschaft braucht sichere Wege. Wir fordern bauliche Maßnahmen, um verbotene Durchfahrten zu stoppen, sowie eine deutlichere Markierung der Wohnstraßen.
Soziales Miteinander – Betreuung statt Verdrängung: Verschmutzung ist das am häufigsten genannte Problem. Dies wird oft im Zusammenhang mit der Situation obdachloser und alkoholkranker Menschen thematisiert.
- Was wir hören: Viele Anrainer:innen betonen ihre Empathie und wollen niemanden verdrängen, da das Grätzl allen gehört. Gleichzeitig machen verschmutzte Bänke und menschliche Hinterlassenschaften den Raum für Familien unnutzbar.
- Unsere Ableitung: Wir setzen uns für eine starke Aufstockung der Streetwork-Kapazitäten ein. Gute Nachbarschaft gelingt nur durch soziale Begleitung vor Ort und eine engmaschige Reinigung, damit die Plätze für alle einladend bleiben.
Rücksichtnahme – Lärm und Nachtruhe: Besonders am Servitenplatz führt die neue Belebung zu Konflikten. Nachtlärm durch Lokalbesucher:innen belastet die Anrainer:innen massiv.
- Was wir hören: Besonders in den heißen Sommernächten wird die Situation bei offenem Fenster zur Qual.
- Unsere Ableitung: Eine gute Nachbarschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Es braucht die Kooperation der Gastronomiebetriebe , damit der öffentliche Raum nach Sperrstunde nicht zur unkontrollierten Partyzone wird.
Lebensqualität – Mut zur Begrünung: Die Umfrage zeigt eine klare Zustimmung zu weiteren Maßnahmen für ein besseres Miteinander, doch die Umsetzung im Grätzl stockt.
- Was wir hören: Bewohner:innen sind betroffen, dass Projekte zur Begrünung wie in der Grünentorgasse fallen gelassen wurden.
- Unsere Ableitung: Klimaschutz und Abkühlung sind die Basis für ein lebenswertes Grätzl. Wir fordern die Bezirksvorstehung auf, versprochene Baumpflanzungen konsequent umzusetzen.
Wie geht es weiter?
Wir haben diese Ergebnisse und die Forderungen der Menschen im Viertel bereits in einem ausführlichen Brief an die Bezirksvorsteherin übermittelt. Eine gute Nachbarschaft im Servitenviertel braucht ein aktives Grätzl-Management, das sich um Sicherheit, soziale Balance und Sauberkeit kümmert. Den gesamten Brief findest du hier zum nachlesen.
Unser Brief an die Bezirksvorsteherin
Vielen Dank an alle, die bei der Umfrage mitgemacht haben!
Gemeinsam setzen wir uns für eine gute Nachbarschaft ein.