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am 3. Februar

Klimaschutz am Alsergrund: Taten auf lokaler Ebene statt heisser Luft

Christa Schmid - Der Alsergrund ist Klimabündnisbezirk - effektive Taten hinken allerdings hinter den schönen Worten her. Wir fordern wirksame Weichenstellungen auf lokaler Ebene

Ab 2020 müssen die Emissionen der Treibhausgase deutlich abnehmen  – so das konkrete Ergebnis  der Pariser UN-Weltklimakonferenz 2015, das auch Österreich unterzeichnet hat. Die Ergebnisse der UN-Konferenz zum Klimawandel in Katowice Ende 2018 seien wieder einmal nicht konkret genug, kritisierten ExpertInnen und Umweltorganisationen. Wenn am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos die 16jährige Schülerin Greta Thunberg aus Schweden in ihrer Rede wieder einmal Klimagerechtigkeit und endlich konkrete Taten fordert, ist dies beschämend für all jene, die immer noch zögern und bremsen: Längst sollte klar sein, dass wir jetzt handeln müssen, nicht erst in zwei, vier oder zehn Jahren.

KLIMAKAPRIOLEN ALS WECKRUF

Wir erlebten in Österreich 2018 nicht nur den heißesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, mancherorts war es auch der Sommer der geringsten Niederschläge. Und diesen Winter erleben wir gigantische Schneefälle in Abwechslung mit erstaunlichen Föhntagen. Australien erlebt extreme Hitzetage mit über 48°C – fast zeitgleich wie die USA extreme Eistage mit bis zu -49°C. Wetterphänomene, die bereits dem globalen Klimawandel zugeschrieben werden. Nehmen wir die Signale wahr? Und was sind unsere Taten?

WELTWEITE SOLIDARITÄT DRINGEND GEFRAGT

Die Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb kommt in ihren Prognosen zu einem beeindruckenden Ergebnis: Wenn die Klimaerwärmung bis 2030 nur 1,5 statt 2° C beträgt, werden rund 100 Mio Menschen weniger infolge von Missernten und Wetterkatastrophen in die Armut stürzen.

Fluchtbewegungen aus afrikanischen Ländern nach Europa sind nicht zuletzt auch dadurch bedingt.

JEDER SCHRITT ZÄHLT – AUCH AM ALSERGRUND

Mit der Pflanzung eines Baumes, der Begrünung eines Innenhofes und weiteren lokalen Maßnahmen werden wir globale Wetterextreme nicht verhindern – aber wir können Erleichterung im städtischen Kleinklima schaffen: Beschattung, Kühlung durch Verdunstung, Grundwasserspeisung durch Regenwasserversickerung – oder auch Reduktion der Treibhausgase durch weniger Erdölverbrennung (Tempolimits und weniger erdölverbrauchende Mobilität) und bewussteren Konsum. Dafür können wir auf bezirkspolitischer Ebene wesentliche Weichenstellungen vornehmen – und vor allem können wir damit Zeichen setzen, dass wir es ernst meinen: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wir machen 2019 zum Jahr des konkreten Klimaschutzes – und werden nicht mehr akzeptieren, wenn eine Baumpflanzung wegen der Erhaltung eines Parkplatzes im öffentlichen Raum abgelehnt wird.

KONKRET HEISST DAS AM ALSERGRUND Z.B.:

  •  mehr großkronige Bäume im Straßenraum
  •  mehr versiegelte Fläche entsiegeln
  •  mehr Regenwasser sammeln & versickern und den Straßenbäumen & Parks verfügbar machen
  •  Tempo 30 flächendeckend im Bezirk/
  • Förderung sanfter Mobilität