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am 31. August

Mikroklima zum Anschauen

Christa Schmid - „Gemma Klima schauen“ - unter diesem Motto spazierten wir am 22. August 2019 durchs Lichtental. Mit einer Wärmebildkamera machten wir dabei Temperaturunterschiede an den Oberflächen im öffentlichen Raum sichtbar.

Und obwohl ausgerechnet an diesem Tag für diesen Sommer ein ungewöhnlich temperiertes Klima herrschte, konnten wir den TeilnehmerInnen bemerkenswerte Bilder zeigen. Das Ergebnis: Auch Mikrogrünräume wie z.B. begrünte Pflasterfugen oder Staudenbeete bewirken eine sichtbare Kühlung der Straßenoberfläche.​ (Siehe oberes Bild)

​Der Alsergrund ist wie alle innerstädtischen Bezirke Wiens eine Hitzeinsel – einzig der Donaukanal und größere Grünflächen wie zum Beispiel der Liechtensteinpark oder das Alte AKH bringen in Hitzesommern abendliche Kühlung. In jenen Straßenzügen, die besonders viele Stunden am Tag der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind (z.B. die Alserbachstraße), ist die Hitzespeicherung abends besonders deutlich sichtbar. Der Unterschied zwischen großkronigen Bäumen wie beispielsweise der Platane bei der Markthalle und den kleinen neuen Baumpflanzungen war nicht nur spürbar, sondern wurde mittels der Wärmebildkamera deutlich sichtbar. Ebenfalls beeindruckend war die Kühlwirkung von Fassadenbegrünungen. 

Manches begreifen wir eher, wenn wir es in krassen Farben sehen können:(Siehe unteres Bild)

Eine begrünte Hauswand ist bis zu 5°C kühler als die benachbarten Wandflächen, die ebenfalls der Sonne exponiert waren – sowohl durch die Verdunstung der Blattoberflächen, als auch durch die Beschattung. Was schon an der Außenfläche wirksam ist, ist erst recht für die dahinterliegenden Räume wirksam.

Unser Ziel bei dem Spaziergang war, den TeilnehmerInnen die Temperaturunterschiede zu visualisieren und sie damit für die Bedeutung auch kleinster Ausgleichsflächen zu sensibilisieren und zu ermutigen, in ihrem unmittelbaren Umfeld (z.B. Innenhöfe) spürbare Verbesserungen durch mehr Grün im Bezirk zu setzen. Wir hoffen, dass diese „Saat“ aufgeht und werden auch unsererseits weiter dran arbeiten, möglichst viel neues Grün in den Öffentlichen Raum zu bringen.

Wenn Sie Interesse haben, dass wir in Ihrem Grätzel den nächsten Klimaspaziergang organisieren, schreiben Sie an: christa.schmid@gruene.at.