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am 21. Oktober

…damma wos! - Eine Tour mit vielen Einblicken

Momo (Monika) Kreutz - In den vergangenen Wochen war Bezirksvorsteherin Stv. Momo Kreutz im Bezirk unterwegs, um als Praktikantin in Geschäften, Lokalen und Theatern mitzuarbeiten und Erfahrungen zu sammeln.


Der Alsergrund ist ein beliebter und lebenswerter Bezirk. Trotzdem gibt es in vielen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Radinfrastruktur, bei Begrünungen und nicht zuletzt bei der Mobilität noch Möglichkeiten für Verbesserungen. Um darüber mit Geschäftsleuten und BezirksbewohnerInnen ins Gespräch zu kommen, startete Momo Kreutz Anfang September ihre „…damma wos“-Tour, die sie in alle Teile des Bezirks führte. Dabei konnte sie nicht nur viel über den Alltag der Gewerbetreibenden lernen, sondern auch unzählige Gespräche mit KundInnen führen. Die Anregungen, die sie dabei mitbekommen hat, werden wir in die Grüne Bezirksarbeit aufnehmen.

In allen Geschäften und Restaurants, in denen Kreutz jeweils ein paar Stunden aushalf, gab es zunächst eine Einschulung: Waren präsentieren, neue Lieferungen einschlichten, Bier zapfen, Notausgänge kontrollieren und  TheaterbesucherInnen an ihren Platz führen. Auch über die verschiedenen Zahlungsarten und deren - vor allem den Geschäftstreibenden bekannten - Eigenheiten wurde sie eingehend informiert. Kurzum, alles was man wissen muss, um einen Betrieb erfolgreich zu führen.

Ausgerüstet mit dem notwendigen Basiswissen war es danach umso leichter, mit Menschen in den Geschäften ins Gespräch zu kommen und über die Anliegen an Bezirk und Politik zu reden.

Der große Tenor bei Jung und Alt war, dass sich die Bewohner/Innen hier wohlfühlen und der Alsergrund ein sehr beliebter Bezirk ist.


Dennoch gab es auch Verbesserungswünsche.

Unabhängig vom Bezirksteil waren überall mehr Begrünungen, mehr Bäume und die Hitze im Grätzel ein Anliegen. Auch die Bedeutung eines positiven sozialen Klimas kam mehrfach zur Sprache. Deutlich auch der Wunsch an die Politik, darauf zu achten, dass Armut und Rassismus im Bezirk keinen Platz haben dürfen.

Im Lichtental und am Althangrund waren es vorwiegend Fragen, was am Althangrund beim Franz-Josefs-Bahnhof passiert und ob der Julius-Tandler-Platz bald mehr Bäume und vielleicht sogar einen Brunnen bekommen würde? Auch zum Kolpinghaus – wann es wieder errichtet wird und ob es dort dann auch einen Park geben würde – kamen wiederholt Fragen. Nicht zuletzt wurde der Mangel an Bankomaten mehrmals beklagt. 

In der Rossau drehten sich die Gespräche beispielsweise über die lokalen Erholungsmöglichkeiten im Liechtensteinpark: Allgemein wurden dabei mehr Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen gewünscht​. Thema in diesem Zusammenhang war übrigens mehrfach auch die Sanierung des dortigen Spielplatzes. Ein starkes Anliegen waren Möglichkeiten zur Verkehrsreduktion und Tempo 30 in der Liechtensteinstraße. Gleichzeitig gab es hier aber auch Rückmeldungen zur Parkplatznot, wobei Verständnis dafür bestand, dass gerade im dicht verbauten Bezirk mehr öffentlicher Raum für die Menschen geschaffen werden muss. Leider beklagten sich auch immer wieder Menschen darüber, dass HausbesitzerInnen Fassadengrün nicht zulassen bzw. sogar entfernen.

Auch am Thury- und Himmelpfortgrund wurde viel über den Verkehr geredet. Hier waren es vor allem die unsicheren Mehrzweckstreifen für RadfahrerInnen. In diesem Zusammenhang wurden die Alserbach- und die Nußdorfer Straße oft genannt. Ebendort wurde die Radroute von vielen NutzerInnen als zu eng beurteilt.

Besonders die Kreuzungsbereiche Nußdorfer Straße, Fuchsthallergasse, Sechsschimmelgasse und Alserbachstraße wurden als verbesserungswürdig gesehen: Das gleichzeitige Kreuzen von Straßenbahnen, Autoverkehr, Radinfrastruktur wurde von vielen VerkehrsteilnehmerInnen als verbesserungswürdig gesehen. Häufig kam die Frage, warum man das kleine Stück der Canisiusgasse vor der Nußdorfer Straße nach einem Umbau nicht als Begegnungs- oder FußgängerInnenzone belassen hatte? Kreutz dazu mit vollstem Verständnis; "Die Grünen waren und sind schon immer dafür. Unverständlicher Weise stemmt sich der politische Mitbewerb allerdings nach wie vor gegen diese spürbare Verbesserung!"

Im Grätzel Michelbeuern/Alser Vorstadt dominierten Fragen zum Bau der U-Bahn Linie U5: Wie wird mit etwaigen Umleitungen umgegangen? Wie wird garantiert, dass der Arne-Carlsson-Park ein wichtiges Erholungsgebiet ist und bleibt? Wie will man sicherstellen, das wertvolle Bäume und der Spielplatz erhalten bleiben? Und wie würde insgesamt die Baustellenplanung aussehen?

Eine verfolgenswerte Idee und gleichzeitig neues Verkehrskonzept war dabei, die Hauptverkehrsrouten des Bezirks, wie die Währinger-, Nußdorfer- und Liechtensteinstraße, als Einbahnen zu führen. In Geschäftslokalen im Bereich der oberen Währinger Straße (von der Nußdorfer Straße stadtauswärts inkl. Kreuzungsbereich) wurde von mehreren KundInnen gefragt, ob hier eine Begegnungszone möglich wäre. Auch bekennende Autofahrer/Innen diskutierten zur Sache.


Das Resümee aus der ersten "…damma wos!"-Tour: Menschen schätzen es, wenn man vor Ort mitarbeitet, im Alltag ins Gespräch kommt und bereit ist, sich mit Ideen und Wünschen – die in vielen Bereichen übrigens auch uns Grünen entsprechen - auseinandersetzt.

Das motiviert und die nächste Tour wird schon geplant!


Vielen Dank!