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am 22. Juni

Wir trauern um unseren Freund und Kollegen Bezirksrat Peter Koppe

Webredaktion Grüne Alsergrund - Völlig unerwartet und zu unserer größten Bestürzung ist unser Freund und Kollege Peter Koppe, Grüner Bezirksrat am Alsergrund seit 2015, in der Nacht von 16. auf 17. Juni verstorben. Seine Arbeit, sein Engagement und seine Bestimmtheit werden für uns noch lange Inspiration sein.

Peter Koppe

Mit Peter Koppe ist ein kämpferischer und engagierter Bürger dieses Bezirkes von uns gegangen. Untrennbar verbunden war und ist er mit der Agendagruppe Servitengasse 1938, die er mitbegründet und wesentlich mitgetragen hat. Neben der Gedenktafel in der Servitengasse 6 bleibt vor allem das vielbeachtete Mahnmal „Schlüssel gegen das Vergessen“. Das Gedenksymbol erinnert an die  426 jüdischen Bewohner*innen der Servitengasse, die von den Nationalsozialist*innen und ihren Helfer*innen aus ihren Wohnungen vertrieben und in der Folge beraubt, deportiert und ermordet wurden. Die von ihm mitorganisierte, jährliche Gedenkveranstaltung am 9. November bei diesem Mahnmal war immer ein bewegender Augenblick. Das Gedenken war ein fixer Treffpunkt für diejenigen am Alsergrund, die wie er Nationalsozialismus und Rechtsextremismus in all seinen Ausprägungen ablehnten, bekämpften und das gemeinsame „Nie wieder“ über alle Parteigrenzen hinweg niemals erlöschen lassen wollen.

Wie er eben war, ließ er sich bei der Umsetzung der Gedenksymbole auch nicht durch die vielen Hindernisse, Einwände von Eigentümern, erzwungenen Umwege und bürokratischen Hürden beeindrucken. Vielmehr trug er mit der ihm eigenen Energie und seinem Einsatz wesentlich dazu bei, gegen alle Widerstände das Vorhaben zu verwirklichen. 

Es waren wohl auch diese Erfahrungen, die in ihm das Interesse an der Bezirkspolitik geweckt hatten und so waren wir froh, ihn 2015 für uns und die Bezirksvertretung des Alsergrunds gewinnen zu können.

In den Jahren, in denen er als Grüner für den Bezirk wirkte, war er unermüdlich. Besonders als stellvertretender Vorsitzender der Verkehrs- und Bezirksentwicklungskommission – selbst immer auf dem Fahrrad unterwegs -  setzte er wichtige Akzente für eine den Menschen in den Mittelpunkt stellende Mobilitätspolitik - ohne das Thema Erinnerungskultur  je zu vernachlässigen. So war die Benennung des ehemaligen Beserlparkes zwischen Bauernfeldplatz und Fürstengasse in Ari-Rath-Platz als Erinnerung und Würdigung des Friedensaktivisten und seines persönlichen Freundes Ari Rath, der als jüdisches Kind vom Alsergrund vertrieben wurde,  eines seiner persönlichen Herzensprojekte.​

Damit nicht genug, war er auch Mitglied unseres Steuerungsteams, intern eine respektierte und allgemein beliebte Integrationsfigur, immer bereit, auch kritische Anmerkungen zu machen, unabhängig davon, ob er damit allein war, unbeeindruckt von etwas wie Parteiräson. 

Ein klarer, politisch denkender Kopf, der sagte, was er dachte. Ein Teil unserer Gruppe, der trotz seines herausfordernden Berufes als Meinungsforscher sich immer auch Zeit für eine neue Aktion oder die Vorbereitung eines Festes nahm. Aber es werden nicht die Feiern ohne seine selbstgemachten Tapas oder der Tequila zu später Stunde sein, die den unerwarteten Verlust von Peter für uns so schmerzlich machen. Seine Energie, seine Lebensfreude, seine Vision für einen grünen Bezirk, sowie sein Anpacken und seine Geradlinigkeit, das sind die Seiten, die uns jetzt schmerzlich fehlen. Unsere Anteilnahme gilt besonders Peters Frau Barbara und seinen beiden Söhnen Fabio und Livio.

Die Arbeit von Peter Koppe, sein Einsatz und seine Bestimmtheit werden für uns noch lange Inspiration sein. Peter, wir vermissen Dich!​


Kondolenzbuch für Peter Koppe:

https://www.trauerportal.at/7302_2020-Peter_Koppe/kondolenzbuch.html