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am 28. Oktober

Wie geht es weiter mit der Servitengasse?

Josefa Molitor-Ruckenbauer - Am 3. November stimmt das Bezirksparlament über einen Kompromissvorschlag zur Umgestaltung der Servitengasse ab. Wir Grüne Alsergrund stimmen dem Vorschlag aufgrund der nun in der Planung vorgesehenen Erweiterung der Verkehrsberuhigung und Begrünung zu.

Nun ist er da der Kompromissvorschlag der SP (inklusive Plan – zumindest für die Mitglieder der Bezirksvertretung): der Antrag sieht eine Erweiterung der Verkehrsberuhigung und Begrünung auf die Grünentorgasse und nördliche Servitengasse vor. Damit wird zusätzlicher, qualitativ hochwertiger Aufenthaltsraum im Grätzel geschaffen. Dies trägt auch zur Entlastung des ohnehin schon sehr übernutzten Kirchenplatzes und der südlichen Servitengasse bei.

Zudem ist in dem Antrag festgehalten, dass es um die Erweiterung von konsumfreien Aufenthaltsbereichen geht und nicht noch zusätzliche Schanigärten entstehen sollen! Die Zufahrt für Anrainer:innen ist gegenüber dem ursprünglichen SP-Vorschlag ebenfalls verbessert – die Anrainer:innen haben nun maximal 2 Häuser zwischen der nächsten Zufahrtsmöglichkeit und ihrem Hauseingang.

Aus unserer Sicht gäbe es noch zukunftsweisendere Lösungen wie eine Ausdehnung der Verkehrsberuhigung auf das ganze Grätzel ohne Durchfahrtsmöglichkeiten statt der Fußgängerzone. Dennoch sind wir überzeugt, dass dieser Vorschlag eine deutliche Verbesserung für das Servitenviertel schafft.

Auch dieser Kompromiss wird viele nicht zufrieden stellen, aber ohne Kompromiss bliebe aus unserer Sicht nur der Stillstand. Wenn wir das Projekt jetzt abblasen, dauert es Monate, wenn nicht Jahre bevor andere Verkehrsberuhigungsprojekte ernsthaft angegangen werden. Die Anrainer:innen der Hörlgasse können ein Lied davon singen, wie Dinge erst in Aussicht gestellt werden und dann auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Klimakrise erlaubt uns kein Zuwarten und keinen Stillstand im Bezirk.

Nach dem Beschluss im Bezirksparlament wird ein Planungsbüro mit der Ausgestaltung beauftragt. Planungen durch die Magistrate und Entscheidungen über die Förderwürdigkeit des Projektes werden bis nächstes Jahr dauern. Wir werden auf jeden Fall darauf schauen, dass die Bürger:innenbeteiligung der Bezirksvorstehung kein Lippenbekenntnis bleibt, sondern die fertigen Pläne nächstes Jahr vor Ort präsentiert werden.

Wir haben die Anrainer:innen in einem umfassenden Schreiben (siehe unten)

über die Entwicklungen und unser geplantes Abstimmungsverhalten informiert.

Die Debatte können Sie am Livestream am 3.11. ab 17 Uhr verfolgen.: https://www.wien.gv.at/bezirke/alsergrund/politik/stream.html

Leider hat uns die Bezirksvorstehung nicht gestattet die vorgelegten Pläne offiziell mit Euch zu teilen, aber hier haben wir eine Grafik angefertigt um die erreichte Ausweitung der Verkehrsberuhigung zu zeigen, über die am 3. 11. entschieden werden soll:

Plan der SPÖ
Aktueller Plan

Antragstext im Wortlaut:

Betrifft: Servitenviertel 2.0

Die Bezirksvertretung Alsergrund beschließt die Verkehrslösung des angehängten Plans zur Umgestaltung der Servitengasse und der angrenzenden Straßenzüge und ersucht die zuständigen magistratischen Dienststellen um entsprechende Umsetzung und Prüfung der Planungsoptionen.

Das Projektgebiet umfasst die gesamte Servitengasse und die Grünentorgasse zwischen Hahngasse und Müllnergasse. Der vorliegende Plan stellt den Rahmen für das Planungsverfahren dar und spezifiziert die Verkehrslösung inklusive der für eine Umgestaltung zur Verfügung stehenden Flächen (grün markiert). Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens, die im Besonderen Verkehrsberuhigung, die Ausweitung des ursprünglichen Projektgebiets und den Erhalt der Zufahrtsmöglichkeit für Anrainer*innen und Geschäfte hervorgehoben haben, müssen berücksichtigt werden.

Folgende Punkte sollen als Planungsoptionen inkl. entsprechender Kostenschätzungen berücksichtigt werden:

  • Errichtung von Fußgängerzonen in der Servitengasse ab ON5 bis zur Kreuzung Grünentorgasse und in der Grünentorgasse ab ON19a bis zur Kreuzung Müllnergasse; dazu Wohnstraßen im übrigen Planungsgebiet
  • Entfernung aller PKW-Stellflächen. Die Zufahrt zu den Garagen bleibt erhalten. Außerdem sind zusätzliche Ladezonen für Bewohner*innen und Lieferdienste einzurichten. Eine Niveauangleichung der Fahrbahn ist anzustreben.
  • Im Bereich der Grünentorgasse zwischen Hahngasse und Servitengasse ist eine Niveauangleichung zur Vergrößerung der für Fußgänger*innen zur Verfügung stehenden Flächen anzustreben.
  • Im gesamten Projektgebiet ist die Durchfahrtsmöglichkeit für Fahrräder in beide Richtungen sicherzustellen und Platz für zusätzliche Fahrradabstellanlagen zu berücksichtigen.
  • Schaffung konsumfreier Aufenthaltsbereiche mittels Sitzgelegenheiten/Möblierung im gesamten Projektbereich.
  • Baumpflanzungen im gesamten Projektgebiet, insbesondere der nördlichen Servitengasse. Bei allen Baumpflanzungen ist auf ausreichend großen Wurzelraum achten (sic!); wenn möglich Bewässerung mit unterirdischem Regenwasserspeicher nach dem Schwammstadt-Prinzip.

Zusätzlich sollen folgende Rahmenbedingungen eingehalten werden:

  • Der Flair des Grätzels soll erhalten bleiben
  • Die notwendigen Elemente zum Erhalt der Klima-Musterstadt Förderung müssen in der Planung berücksichtigt werden. Das ganze Gräzl soll durch die Umgestaltung profitieren.
  • Die Agendagruppe „Gedenkallee Servitengasse“ soll in die Planung des nördlichen Teil der Servitengasse aktiv eingebunden werden.
  • Die vorhandenen Gastgärten (orange im Plan hinterlegt) müssen in der Planung berücksichtigt werden.
  • Der Bereich der FußgängerInnenzone soll die Möglichkeit der Ladetätigkeit zu spezifizierten Uhrzeiten berücksichtigen.​