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am 26. August

Oase statt Hitzeinsel Alsergrund – auch Ihre Ideen sind gefragt!

Christa Schmid - Eine Hitzeperiode geht zu Ende, weitere werden kommen: höchste Zeit für mehr Grün im Neunten – machen wir die Hitzeinsel Alsergrund zu einer Oase.

Hitzewelle trifft vor allem die Schwachen und Armen


Ab einer Tageshöchsttemperatur von >30°C spricht man von Hitzetagen, mehr als drei Hitzetage hintereinander sind eine „Hitzewelle“. Heuer haben wir bereits mehrere Hitzewellen hinter uns, mit  über 40 Hitzetagen werden wir in Wien möglicherweise den bisherigen Rekord der Jahre 2003, 2015 und 2017 überschreiten (zum Vergleich: zwischen 1961 und 1990 gabs im Schnitt nur 9,5 Hitzetage pro Jahr, bis 2010 waren es dann schon über 15). Und Klimaforscher gehen davon aus, dass die Zahl der Hitzetage auch in den nächsten Jahrzehnten steigt. Darunter leiden vor allem alte Menschen, Kinder und Kranke – also die Schwächsten unserer Gesellschaft. Die, die sich es leisten können, sitzen in klimatisierten Büros und Wohnungen, oder flüchten in Regionen, in denen zumindest die Abende abkühlen.

 

Strategieplan und Maßnahmen gegen die städtischen Hitzeinseln


Wir hätten nicht diesen Jahrhundertsommer gebraucht, um zu wissen, dass die globale Klimaerwärmung auch sehr deutliche lokale Folgen mit sich bringt: das Schreckgespenst der städtischen Hitzeinseln („urban heat islands“) zwingt schon viele Großstädte, Strategien gegen die zunehmende sommerliche Aufheizung der Stadt zu entwickeln. Auch Wien hat vor 3 Jahren im Urban Heat Islands Strategieplan Wienwww.wien.gv.at/umweltschutz/raum/pdf/uhi-strategieplan.pdf wesentliche Grundsteine für eine derartige Strategie gelegt:

Für die Realisierung von Verbesserungen sind jetzt dringend konkrete Maßnahmen gefragt.

 

Kleinklimatische Verbesserungen für alle


Wir Grünen stehen dafür, dass wir am Alsergrund beharrlich daran arbeiten, kleinklimatische Verbesserungen für die AlsergrunderInnen zu erreichen. Manche Erfolge werden erst spät sichtbar, aber dafür nachhaltig spürbar – wie z.B. Baumpflanzungen in der Porzellangasse, Alserbachstraße und hoffentlich bald noch in mehr Straßen. Ein großkroniger Baum verdunstet im Sommer so viel Wasser, dass er mit dieser Kühlleistung 10 Klimaanlagen ersetzen könnte.

Auch Misserfolge müssen wir dabei in Kauf nehmen – z.B., wenn in der Bezirksvertretung Baumpflanzungen „aus Kostengründen“ oder „Angst um Parkplatzverluste“ von SP, F und VP abgelehnt werden (Beispiel Wasagasse: die Pflanzung von einem Baum hätte dort rund 10.000 € gekostet). Oder wenn großkronige Baumriesen aus reinem Profitstreben und Bequemlichkeit der Vorstandsetagen einer weiteren Parkgarage geopfert werden.

Im September 2017 wurde unserer Resolution in der Bezirksvertretung, in der sich der Bezirk zu verstärkten Maßnahmen in diesem Sinne bekennt, von fast allen Fraktionen zugestimmt, im Juni 2018 haben wir die Prüfung von ersten Straßenzügen hinsichtlich der Möglichkeit zu neuen Baumpflanzungen mit großkronigen Bäumen veranlasst (Fuchsthallergasse, Sechsschimmelgasse, Lustkandlgasse und Nordbergstraße) – weitere werden folgen.

 

Mehr Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen und Regenwassermanagment


Innerstädtische Verdichtung hat in der Vergangenheit auf Kosten von Grünflächen zu einer weiteren Versiegelung geführt – indem Tiefgaragen am liebsten unter (potentiellen) Grünflächen errichtet wurden (z.B. Ostarrichi-Park, Porzellangasse 51, zahlreiche Innenhöfe) oder gar anstelle von Grünflächen Bauten errichtet wurden (Beispiel Wohnbebauung Sensengasse, Gärtnerinnenunterkunft Schlickplatz). Das muss aber nicht so sein: wir werden in den nächsten Jahren darauf achten, dass die Entsiegelung weiterer Flächen möglich und realisiert wird.

 

Entsiegelung als Aufgabe der Stadtplanung und der Bauwerbenden


Gebäude und versiegelte Oberflächen speichern die eingestrahlte Wärme stärker als Grünflächen. Jede unversiegelte Grünfläche hingegen ist ein wichtiger Baustein zur Minderung von Temperaturextremen. Weil wir in einem innerstädtischen Bezirk nur wenige Möglichkeiten haben, neue Grünflächen zu schaffen, müssen wir auch mit den bestehenden besonders behutsam umgehen. Auf Widmungsseite können wir z.B. darauf achten, dass möglichst wenig Innenhöfe künftig versiegelt, über- oder unterbaut werden dürfen. Es obliegt aber dann den EigentümerInnen, eine entsprechende Begrünung tatsächlich vorzunehmen. Auch die Errichtung von begrünten Dächern und Fassaden bringt weitere Kühlung, genauso wie das Vermeiden dunkler Fassaden und Dächer, die die Hitzestrahlung absorbieren.

 

 

Donaukanal – keine weiteren Verbauungen am Ufer!


Der Donaukanal-Korridor ist für Wien eine wichtige Schneise, durch die Kaltluftströme Frischluft in die Stadt bringen können – jede weitere Verhüttelung des Donaukanalufers steht diesem entgegen und sollte künftig unterbleiben.

 

Machen Sie mit!


Schicken Sie uns Ihre Ideen für kleinklimatische Verbesserungen am Alsergrund – und wir werden schauen, wo wir Ihnen bei der Realisierung weiterhelfen können: schreiben Sie an christa.schmid@gruene.at.

 

Weiteres dazu auch unter https://alsergrund.gruene.at/themen/umwelt-energie/hitzeinsel-alsergrund-keine-unnoetigen-baumfaellungen-mehr