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am 15. März

Julius Tandler-Platz: Wo bleibt jetzt der Brunnen?

Christa Schmid - Die monumentale Stiegenanlage zu den ehemaligen Büros der Bank Austria/Uni Credit wurde diese Woche abgetragen. Darunter befindet sich ein ca. 13m tief gegrabener Grundwasserbrunnen auf öffentlichem Grund: Höchste Zeit, dass die Bezirksvorstehung jetzt Nägel mit Köpfen macht!

Vor fast schon 2 Jahren haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass im Zuge der Umbauarbeiten am Julius Tandler-Platz unbedingt darauf zu achten sei, dass der bestehende Brunnen auf öffentlichem Grund in der Zukunft auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein soll. Gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ wurde unser Antrag im September 2019 dann auch angenommen. Die Beantwortung der MA45 dazu legte nahe, dass eine zivilrechtliche Vereinbarung mit der Inhaberin des Wasserrechts für eine Änderung der Fördermenge nötig wäre – oder eine neue wasserrechtliche Bewilligung für einen neuen Brunnen.


Und was ist jetzt mit dem Brunnen?

Was weiter dazu veranlasst wurde, wissen wir nicht. In Anrainer*innenkreisen kursieren Gerüchte, dass dieser Brunnenschacht nun zugeschüttet werden soll. Das wäre sehr schade, weil ein Brunnen an diesem Hitzepol Julius Tandler-Platz einen großen Mehrwert für alle Menschen darstellen könnte. Und wenn schon eine Grundwasserfassung dort vorhanden ist, wäre es ein Schildbürger*innenstreich, diese zu verfüllen. Gerade Wasser im öffentlichen Raum leistet einen wesentlichen Beitrag zur Kühlung an sommerlichen Hitzetagen, ist ein beliebter Treffpunkt für Alt und Jung, und kann mit seiner plätschernden Geräuschkulisse dem stark verkehrsexponierten Platz auch eine neue akustische Qualität verleihen.


Unsere Forderungen:

1. Die Brunnenfassung darf nicht einfach zugeschüttet und damit für den Bezirk „begraben“ werden – eine neuerliche Grabung könnte gegenüber der Nutzung des bestehenden Schachtes unwirtschaftliche Aufwendungen für die öffentliche Hand bedeuten. Wir hoffen, dass die Bezirksvorstehung im Zuge der Bauverhandlungen ausreichend dafür Sorge getragen hat.

2. Die Betriebe, die das Wasserrecht bis jetzt genutzt hatten, sind zum Teil nicht mehr vor Ort. Es muss sofort geprüft werden, was für den Bezirk besser wäre: eine zivilrechtliche Vereinbarung zur Nutzung dieser Grundwasserfassung für eine Brunnenanlage im öffentlichen Raum mit den bisherigen Nutzer*innen des Wasserrechts (dieses läuft noch bis 2028) oder eine neue Wasserrechtsverhandlung zur Grabung eines neuen Brunnens. Die künftige Nutzung dieser einmaligen Standortqualität im öffentlichen Raum ist dringend vor einer etwaigen Verfüllung und vor Start des Beteiligungsprozesses für eine Neugestaltung des Julius-Tandler-Platzes (beschlossen in der Bezirksvertretungssitzung vom 2.3.2021) sicherzustellen.

3. Die Bezirksvorstehung wird aufgefordert im Rahmen von „Kunst im öffentlichen Raum“ einen Wettbewerb zur Gestaltung dieser einmaligen Standortchance vorzubereiten – oder zumindest die zuständigen magistratischen Dienststellen zu beauftragen, damit diese Option in den Beteiligungsprozess einfließen kann.


​Der im September 2019 von der Bezirksvertretung angenommene Antrag: