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am 13. Oktober 2014

Drogenberatung Nußdorfer Straße

Momo (Monika) Kreutz - Am 3. Oktober wurde uns von der Stadt Wien mitgeteilt, dass eine Drogenberatungsstelle in der Nußdorfer Straße 41 eingerichtet wird, am 7. 10. wurde diese Tatsache veröffentlicht.

Seither ist in der Kommunikation alles schief gelaufen! Bei solchen einschneidenden Veränderungen in einem Wohngebiet müssen die Menschen über die Begleitmaßnahmen, die genauen Planungen und die Sicherheitsmaßnahmen informiert werden.

Anstatt proaktiv und intensiv die Menschen zu informieren und ihre Ängste ernst zu nehmen, wird an die Telefon-Hotline und den Tag der offenen Tür verwiesen. Das ist viel zu wenig!

Wir fordern sofort ein:

  • Offenlegung der Liste der abgelehnten Objekte
  • Offenlegung der stattgefundenen UmFELDanalyse
  • Zahlen, Daten und Fakten zu dem Projekt
  • Information der Geschäftstreibenden in dem gesamten Gebiet
  • Persönliche Information der BewohnerInnen in der Wohnumgebung durch Aussendungen, Flyer und persönliche Besuche
  • Ab sofort Anwesenheit und Sichtbarkeit von Fachmenschen aus der Sucht- und Drogenberatung um Fragen zu beantworten und Ängste zu nehmen
  • Information durch die Polizei, wie die Präsenz im Viertel gewährleistet wird
  • 24-Stunden-hotline für Beschwerden und Fragen bei Inbetriebnahme

Der Standort führt zu vielen Diskussionen. In diesem aufblühenden Gebiet hatten wir bis dato keine sozialen Probleme, und so soll es auch bleiben. Wenn man die Nußdorfer Straße eröffnen will, müssen sofort mindestes zehn sichtbare Fachmenschen aus der Sucht- und Drogenarbeit präsent sein um den betroffenen AnwohnerInnen Sicherheit zu geben, Vertrauen zu schaffen und Verständnis zu erwirken, sonst wird auf Kosten drogenkranker Menschen ein böses Spiel getrieben.

Drogenkranken Menschen muss geholfen werden, sie dürfen nicht stigmatisiert und verdrängt werden. Mit der Drogenberatungsstelle Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel wurde der richtige Weg beschritten. Dass diese bei über 10.000 suchtkranken Menschen in Wien überlastet ist, ist nachvollziehbar. Bei einer neuen Standortsuche erhielt die Suchthilfe Wien im letzten Jahr nur Absagen oder musste Objekte wegen Unwirtschaftlichkeit ablehnen.

Am 3. Oktober wurden wir von der Stadträtin informiert, dass in der Nußdorfer Straße ein Objekt gefunden wurde und am 13. November die Beratungsstelle eröffnet werden soll. Der „Bezirk“ hat seine Zustimmung vor Unterzeichnung des Mietvertrages gegeben.

Der Alsergrund ist ein sozialer und solidarischer Bezirk, wir handeln, Verdrängung hat keinen Platz. Die derzeit drei Flüchtlingshäuser im Bezirk werden von der Bevölkerung unterstützt, marginalisierte Personen werden durch die soziale Arbeit von SAM betreut und nicht verscheucht. "Vinzi-Mittendrin" ist gut angenommen und etabliert im Bezirk. Wir setzten Maßnahmen dort, wo sie gebraucht werden, aber immer unter Berücksichtigung auf die gesamten Umstände und Auswirkungen.

Wir haben intensive Information eingefordert um den BewohnerInnen Sicherheit zu geben. Passiert ist diesbezüglich viel zu wenig! Die Hotline wurde eingerichtet. Besucht wurden nur die unmittelbar anschließenden Geschäfte in der Nußdorfer Straße. Zwei AnsprechpartnerInnen aus der Straßensozialarbeit sind zwar anwesend, aber kaum erkennbar. Der Tag der offenen Tür wurde bekannt gegeben.

Wenn man BürgerInnen ernst nehmen will und bei ihnen für Maßnahmen Verständnis sucht, muss man auch Rede und Antwort stehen. Es ist vollkommen richtig, dass beim Thema „Sucht- und Drogenkranke“ die Entscheidungen von der Politik getroffen werden müssen, aber man muss diese Entscheidungen den BürgerInnen auch erklären und die durchzuführenden Begleitmaßnahmen darlegen.

Wir sind in intensiven Gesprächen und fordern obige Maßnahmen sofort ein!