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am 27. Jänner

BürgerInnenversammlung: Im Dialog zum Althangrund

Stefan Freytag - Mit ihren Fragen, Ideen, Bedenken und ihrer Kritik traten die AlsergrunderInnen bei der von uns Grünen geforderten BürgerInnenversammlung mit der Stadt und der Politik in Dialog

Die Planungen und Verhandlungen rund um das Stadtentwicklungsgebiet geistern schon seit Jahren durch den Alsergrund. Wir wollten nun, dass die BürgerInnen des Bezirkes objektiv informiert werden und ihnen Gelegenheit gegeben wird, gegenüber der Stadt und Politik selbst zu Wort zu kommen.

In solchen Versammlungen können rasch die Emotionen allzu hoch gehen, vor allem, wenn es eine sehr aktive Bürgerinitiative gibt. Der Abend hat allerdings gezeigt, dass es richtig und wichtig war, sich nicht vor einer Auseinandersetzung und vor der Öffentlichkeit zu fürchten. 

Das Interesse war so groß, dass erst mit einer kleinen Verspätung begonnen werden konnte. Der Hörsaal auf dem Institut für Chemie war einschließlich der Galerie nahezu ausgebucht. Durch den Abend führte ein professioneller Moderator, die Stadtverwaltung war durch den Leiter der für das Widmungsverfahren zuständigen MA 21A vertreten, die Projektbetreiberin stand Rede und Antwort und für die Bezirkspolitik war der Vorsitzende des Bauausschusses anwesend.

Nach einer Erläuterung des Projekts und der Stellungnahme von Projektbetreiberin und Bauausschuss-Vorsitzendem bekam die Bürgerinitiative Althangrund Gelegenheit, ihre Sicht darzulegen. Danach waren die Bürgerinnen und Bürger am Wort.

Themen waren eine mögliche Garage unter der Nordbergstraße, die Frage, ob die im Projekt vorgesehenen Querungsmöglichkeiten wirklich attraktiv gestaltet werden können, die Aufenthaltsqualität im Hochpark, die Auswirkungen auf den Verkehr, die Frage, warum auf der einen Seite höher gebaut werden soll und nicht auf der anderen und ob auch an Fahrradanlagen gedacht wurde, um nur einige zu nennen. 

Ein großes Thema - auch wenn es gar nicht zur Debatte stand - war, ob man den Bahnhof absiedeln sollte. Auch hier gab es unterschiedliche Meinungen, aber aus derzeitiger Sicht gibt es von Seiten der ÖBB keine diesbezüglichen Pläne.

Wie geht es weiter?

Das ist noch offen, die Gespräche für ein mögliches neues Widmungsverfahren laufen. Aus dem Architekturwettbewerb ging ein Siegerprojekt hervor, für dessen Umsetzung es einen städtebaulichen Vertrag braucht. Über diesen wird zwischen dem Projektwerber und der Stadt Wien derzeit verhandelt.

Für uns Grüne im Bezirk ist wichtig, dass die im Projekt enthaltenen Parameter, wie attraktive Querungsmöglichkeiten, eine für die Allgemeinheit zugängliche Parkfläche (Hochpark) und soziale Durchmischung, umgesetzt werden. Damit sollen Mehrwerte geschaffen werden, die auch eine stellenweise höhere Bauweise rechtfertigen könnten.

Ein Einkaufszentrum im herkömmlichen Sinn soll vermieden werden, deswegen war die Erklärung wichtig, dass die vorgesehene Widmung für Einkaufszentrum nur in dem Ausmaß erfolgt, dass die Geschäfte im Bahnhof bestehen bleiben und die Erdgeschoßzonen der Bauten beleben.

 

 Was passiert, wenn es zu keiner Einigung über einen städtebaulichen Vertrag kommt?

Dann kann der Projektbetreiber im Rahmen der bestehenden Widmung ohne weitere Vereinbarungen bauen. Unserer Ansicht nach wahrscheinlich die zweitbeste Lösung für alle Beteiligten. Allerdings werden wir einer höheren Bebauung nach wie vor nur unter der Voraussetzung zustimmen, wenn die oben genannten Mehrwerte für die Bevölkerung erfüllt werden.

Weitere Informationen finden sich ​​​hier​​: https://www.wien.gv.at/bezirke/alsergrund/politik/franz-josef-bahnhof.html

​Dort sollen auch das Protokoll und die Unterlagen aus der BürgerInnenversammlung veröffentlicht werden. Falls es Fragen gibt oder wenn sie über die weitere Entwicklung informiert werden wollen, schreiben sie uns bitte eine E-Mail an alsergrund@gruene.at.

Abschließend noch einmal einen Dank an alle Beteiligten! Die Grünen Alsergrund stehen weiterhin für Transparenz und Dialog auch bei kontroversen Themen. Wir werden sicherstellen, dass es bei wichtigen weiteren Entwicklungen, zB. wenn ein konkreter Flächenwidmungsplan zur Debatte steht, wieder eine BürgerInnenversammlung zum Althangrund gibt.