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am 8. November

Brutaler Start der KPMG-Baumfällungsaktion

Christa Schmid - Für eine Handvoll Parkplätze für Privilegierte fallen mitten in der Stadt fast zwei Dutzend Baumriesen, die über 100 Jahre unbehelligt wachsen durften


Brutaler Start der KPMG-Baumfällungsaktion:

Für eine Handvoll Parkplätze für Privilegierte  fallen mitten in der Stadt an die 20 Baumriesen, die über 100 Jahre unbehelligt wachsen durften

 

Was Skrupel sind? Fragen sie jemanden der das kennt – die Firma KPMG jedenfalls dürfte keine haben: wie sonst kann ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen sich eine nachhaltige Firmenphilosophie auf die Fahnen heften und behaupten, sie würden „durch verantwortungsvolles Handeln auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene einen Beitrag zum nachhaltigen Schutz unserer Lebensbedingungen" leisten  - und gleichzeitig den Appell von fast 5000 BürgerInnen ignorieren, die für die Erhaltung des Lebensraumes von rund 20 Baumriesen mitten im 9. Bezirk in der Porzellangasse 51 kämpfen?

 

Kettensägen statt Vernunft und Verantwortung

Gestern, am 07. November 2017, haben sie mit ihrem Zerstörungswerk begonnen und lassen die Kettensägen am Alsergrund aufheulen. Und zum Heulen ist allen, die das mitansehen müssen und allen, die sich Vernunft und Verantwortung vom Wiener Ableger des internationalen Steuersparkonzerns erwartet hatten. Kein Mensch des 21. Jahrhunderts kann ernsthaft argumentieren, dass ausgerechnet an einem öffentlich derart gut erschlossenen Bürostandort, mit einer Tiefgarage in nur 5 Gehminuten Entfernung, die Errichtung einer Tiefgarage sein muss. Menschen von heute wissen um die fatalen Folgen des Klimawandels und die inzwischen erwiesenen tödlichen gesundheitlichen Auswirkungen für die Menschen – v.a. für die Schwächeren. Menschen von Vernunft wissen um die immer prekärer werdenden Hitze-Extreme v.a. im innerstädtischen Raum. Menschen mit Verantwortung wissen um die kleinklimatisch wichtige Wirkung von Großbäumen in der Stadt.

 

Die KPMG hingegen will ihre Garagenplätze – und zwar vor der Haustür. Gegen Hitze-Extreme haben ihre Büros dann eben eine Klimaanlage – genauso wie ihre Autos. Und wenn sie einmal den Standort wechseln, lässt sich die Immobilie mit noch höherer Rendite verkaufen.

Klimawandel fällt in ihren Denkkategorien möglicherweise unter „alternative facts“ ... und als kleines Trostpflaster und aus Dankbarkeit, dass die Bezirksvorsteherin die Baumfällungen genehmigt hat, setzen sie 3 Bäumchen in der Porzellangasse.

 

Wir protestieren gegen diese Skrupellosigkeit, aber auch gegen die zerstörerische Leichtgläubigkeit, mit der die Verantwortlichen PolitikerInnen von SPÖ, FPÖ und NEOS derartige Kahlschläge an innerstädtischen Grünoasen für eine Mobilitätsplanung des vergangenen Jahrtausends zulassen. Zur Erinnerung: die Grünen hatten sich im Bauausschuss klar gegen dieses Zerstörungsbauwerk ausgesprochen. Die Bezirksvorsteherin hatte zugesagt, dafür Sorge zu tragen, dass zumindest 2 vitale Baumriesen unbeschädigt erhalten bleiben. Wir werden ihre Glaubwürdigkeit am Ergebnis messen und fordern eine Garantie und ausreichende Vorkehrungen, dass diese 2 Bäume tatsächlich lebensfähig erhalten bleiben - nicht so wie die Altbäume in der Sensengasse.​