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am 3. September

Grätzelblocks – eine Option für die Zukunft

Momo (Monika) Kreutz - Super- oder Grätzlblocks können ein Planungsinstrument für die mobile Zukunft des Alsergrundes sein. Wir wollen zusammen mit Expert*innen die Möglichkeiten im Bezirk dafür prüfen.

Superblocks sind ein gut erprobtes Planungsinstrument, das vor einigen Jahren in Barcelona entwickelt wurde. Die Stadt hat damit auf die Grünflächenknappheit, steigende Unfallraten, Umweltverschmutzung
und den zunehmenden Umgebungslärm reagiert. Ein ausgeklügeltes System von Einbahnstraßen sollte dabei verhindern, dass innerhalb dieser Zonen, die jeweils drei mal drei Häuserblocks umfassten, Straßen zur Durchfahrt genutzt werden.

Neben der Bekämpfung der bestehenden Probleme wollte man damit auch erreichen, dass den Menschen der öffentliche Raum zurückgegeben wird und die lokale Wirtschaft profitiert. Barcelona hat mittlerweile gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Der Alsergrund ist zwar nicht Barcelona und hat nicht die Blockartige Bebauung, aber Grätzelweise lassen sich die Grundideen für eine Verbesserung der Lebensqualität innerhalb der Wohnumgebung sicher umsetzen.


Auch bei uns am Alsergrund macht neben der drohenden Klimakrise die Coronakrise deutlich, dass wir mehr denn je und auf allen Ebenen eine echte, nachhaltige grüne Handschrift brauchen! Viele Gehsteige sind zu eng um die notwendigen Abstände von 1,5 m einzuhalten. Der Straßenraum ist überwiegend blockiert mit parkenden oder fahrenden Autos. Die Grünen Wien waren es, die mit raschen Lösungen wie z.B. temporären Begegnungszonen und Pop-Up Radwegen in der Krise agiert haben.

Wir, die Grünen am Alsergrund, haben auch gute Ideen für eine nachhaltige undgesunde Zukunft unseres Bezirks. Viele langjährige grüne Forderungen können wir mit „Grätzelblocks“, orientiert an den bekannten Superblocks, koordiniert umsetzen.

Unsere wichtigsten Ziele dabei sind:

  • ​​ Förderung nachhaltiger Mobilität und Reduktion von Lärm und Emissionen 
  • ​​Temporeduktion auf Straßen: Aufwertung des Straßenraumes, Barrierefreiheit für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen
  • ​​​​​ Leistbare Parkplatzangebote für Anwohner*innen in leerstehenden Garagen und mehr Platz durch Reduktion der Autos im öffentlichen Raum
  • ​Aufwertung des öffentlichen Raums und Verbesserung der Aufenthaltsqualität: mehr Platz für Alle, Begrünungsmaßnahmen, mehr Bäume, mehr Sitzplätze, neue Nutzungen
  •  Mehr Grün für Gesundheit: Reduktion urbaner Hitzeinseln durch Ausbau des städtischen Grüns und der biologischen Vielfalt​  Förderung des sozialen Zusammenhalts, Förderung bedarfsorientierter Einrichtungen, Aktivitäten, die auch Arbeitsplätze schaffen
  • Förderung der Selbstversorgung mit Ressourcen: Reduktion des Energieverbrauchs durch Energie aus erneuerbaren Quellen, Reduktion des Trinkwasserbedarfs und Nutzung von Grau- und Regenwasser
  • Transparente Governance-Prozesse mit Einbindung der Bürger*innen bei der Entwicklung von Maßnahmen

Eine erste Grätzelblock-Initiative am ALSERGRUND am Beispiel Mariannengasse

Die geplante MED-Uni Mariannengasse eignet sich sehr gut als Modellblock. Bereits im Herbst wird mit den Abbrucharbeiten für das Projekt begonnen, und in der Phase der Baustelle muss der Verkehr komplett neu organisiert werden. Es müssen Lösungen für die Anrainer*innen gefunden werden, ihre Autos vom Straßenraum wegzubekommen. Das ist eine Chance für das Grätzel, nachhaltige Lösungen zufinden und den​  freiwerdenden Straßenraum für Bewohner*innen des Grätzels​ lebenswerter zu gestalten.​

Die Mariannengasse ist eine Hitzeinsel und braucht dringend schattenspendende und großkronige Bäume. Wir brauchen auch verkehrsberuhigende Lösungen, um​ den Durchzugsverkehr abzublocken und die Radverbindung gegen die Einbahn​ sicherer für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu gestalten.​ Das Projekt bietet daher eine große Chance für das Grätzel. Die bereits geplante​ Verkehrsberuhigung im Platzbereich Höfergasse/Rummelhardtgasse/Nadlergasse​ wird den Durchzugsschleichverkehr auf jeden Fall unterbinden. Die​ Oberflächengestaltung in diesem Bereich wird die Aufenthaltsqualität im öffentlichen​ Raum aufwerten. Großkronige Bäume stellen eine gute Maßnahme gegen Urbane ​Hitzeinseln dar. ​Eine rechtzeitige Einbindung der Bewohner*innen des Grätzels ist wichtig um​ bedarfsorientierte Maßnahmen zu setzen und die Akzeptanz des Projektes zu​ erhöhen.​

Darüber hinaus kann die Superblock-Initiative auf den Bereich​ Mariannengasse/Pelikangasse ausgeweitet werden, wenn auf den ÖBB Liegenschaften​ Mariannengasse 16-20 Entwicklungen absehbar werden. Aktuell​ haben die ÖBB die Liegenschaft zwecks Einräumung eines Baurechtes öffentlich​ angeboten.​ Von der Idee der Superblocks ausgehend können auch weitere Grätzelblocks​entstehen, wo die Menschen und die Lebensqualität im Vordergrund stehen.​

Hier auch einige Links zum Nachschauen und -hören:​​​​


Superblock Barcelona

Superblock Barcelona

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Superblocks Barcelona

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