Teresa Feodorowna-Ries

Bildhauerin (1874–1956)

Theresa Feodorowna-Ries

biografie

Teresa Feodorowna Ries wurde 1874 wurde in Moskau in eine wohlhabende jüdische Familie geboren. Zunächst studierte sie an der Moskauer Kunstakademie wo sie aber bald aufgrund ihres vorlauten Auftretens ausgeschlossen wurde.

Ihre Familie ermöglichte ihr 1895 den Umzug nach Wien, wo sie als Bildhauerin als Frau zuerst nur Abweisung erfuhr und nicht an der Akademie studieren durfte. In Edmund Heller fand sie einen Mentor, der bereit war, sie als Privatschülerin zu unterrichten. Bei der Frühjahrsausstellung 1896 im Künstlerhaus wurde ihre Skulptur “Hexe bei der Toilette für die Walpurgisnacht“ zum Skandal. Ries wurde dadurch schlagartig berühmt. 1906 stellte der Kunstmäzen Prinz von Liechtenstein Teresa Feodorowna Ries eine große Suite in der Liechtensteinstraße 48, Ecke Fürstengasse, zur Verfügung. Sie arbeitete dort 36 Jahre und veranstaltete in dieser Zeit regelmäßig Atelierfeste, die in Künstlerkreisen als legendär gelten. 1921 entschied sie, ihre Werke dem jüdischen Nationalmuseum in Palästina zu schenken. Die Überstellung scheiterte daran, dass niemand für den Transport aufkam. Den letzten Versuch, ihre Werke außer Landes
zu schaffen, misslang 1940, als der Zweite Weltkrieg schon in vollem Gange war.

Alle ihre Werke blieben daher im Palais Liechtenstein und als die deutsche Luftschutzpolizei nach ihrer Flucht im Jahr 1942 das Atelier übernahm, zerstörten sie viele ihrer Werke. 1943 verlangte die Gebäudeverwaltung Liechtenstein unter dem Vorwand notwendiger Luftschutzmaßnahmen den sofortigen Abtransport der verbliebenen Skulpturen. So überlebten einige davon, wenn auch beschädigt, den Krieg bei einem Steinmetz in Simmering im Lager.

Teresa Ries lebte ab 1942 in der Schweiz, wo sie 1956 in Lugano verstarb.

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