Radfahren am Alsergrund muss endlich sicher werden!

Josefa Molitor-Ruckenbauer – Ein Strich zwischen Mensch und LKW ist zu wenig

Am Alsergrund gibt es zahlreiche stark frequentierte Hauptstraßen mit sehr viel Durchzugsverkehr. All diese Straßen – seien es Nußdorfer Straße,  Alserbachstraße, Währinger Straße, Liechtensteinstraße, Alserstraße – sind zwar  Hauptradrouten,  jedoch verfügt keine einzige dieser Straßen über einen sicheren, baulich getrennten Radweg. Was es gibt, sind lediglich sogenannte Mehrzweckstreifen – das ist der dünne Strich zwischen Auto/LKW und Menschen auf dem Rad, der wenig bis gar keinen Schutz bietet. Ein Grund, dass viele Menschen gar nicht aufs Rad wechseln, ist, weil sie um ihr Leben und ihre Gesundheit fürchten. Mit Kindern ist ein Benützen dieser Streifen praktisch unmöglich, weil viel zu riskant.

Großes potential am alsergrund

Sichere Radwege am  Alsergrund hätten allerdings durch ihre Lage wienweit das größte Potential , den Radverkehrsanteil signifikant in Wien zu erhöhen (https://www.fahrradwien.at/2020/09/22/tu-studie-diese-radwege-in-wien-haben-hohes-potenzial/). Die  Steigerung des Radverkehrsanteils ist ein notwendiges Ziel, um die Klimaziele in der Stadt zu erreichen.

Leider ist es so, dass seit den 90er Jahren (als die Mehrzweckstreifen im Bezirk aufgemalt wurden – damals noch ein zeitgemäße Lösungsmodell) Stillstand beim Ausbau der Radinfrastruktur herrscht.

Radwege für alle menschen

Um mehr Menschen und hier vor allem auch Kindern und Älteren Radfahren zu ermöglichen, braucht es sichere, baulich getrennte Radwege. Bei den Verantwortlichen im Bezirk und in der Stadt herrscht diesbezüglich bisher leider Funkstille. Im Radwegebauprogramm 2022 der Stadt Wien kommt der Alsergrund mit keiner Maßnahme vor.

Besonders schlimm ist die Situation für Radfahrer:innen auf der Nussdorferstraße und der Alserbachstraße. Diese beiden Straßen haben als  gefährlichste  ‚Radwege‘ traurige Berühmtheit unter Expert:innen und Radfahrer:innen in Ganz Wien erreicht. Die schmalen Streifen zwischen parkenden und vorbeifahrenden Autos bedeuten für die Menschen am Rad ein hohes Risiko: Von der einen Seite durch die plötzlich geöffneten Autotüren von der anderen durch den extrem geringen Überholabstand zwischen den vorbeifahrenden Autos und den Radfahrenden. Trotzdem blieb es bisher bei Vertröstungen durch die Stadt, getan wurde nix.

sofortige verbesserungen sind möglich

Um als ersten Schritt rasch eine der gefährlichsten Radrouten im Bezirk zu entschärfen, schlagen wir im kommenden Bezirksparlament als Sofortmaßnahme vor, die Stellflächen in der unteren Nußdorfer Straße zu entfernen. Durch diese Schnellmaßnahme soll die für Radfahrer:innen derzeit untragbare Situation bis zu einer endgültigen radfahrfreundlichen Umgestaltung gemildert werden. Aus unserer Sicht ist in diesem Bereich ein sofortiges Handeln für die Sicherheit von Menschen am Rad absolut notwendig!

Um einem großen Teil der Menschen den Umstieg aufs Rad zu ermöglichen und einer signifikante Steigerung des Radverkehrsanteils im Bezirk zu erreichen, wird diese Maßnahme allein nicht reichen. Wir Grüne Alsergrund stehen jedenfalls für weitreichende Umgestaltungen in der Alserbachstraße, der  Hörlgasse, der Währinger Straße oder etwa der Alser Straße bereit. Dafür braucht es endlich Mut von der Bezirksvorstehung und der Stadtregierung!

Grüne Anträge zum Download

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