(Nicht nur) bei klimafreundlicher Mobilität steht der Bezirk auf der Bremse

Bremsende Autos Julius-Tandler-Platz

Raimund Fichter-Wöß – Im letzten Bezirksparlament vor der Sommerpause haben wir noch mal unsere Kernthemen mehr Sicherheit am Fahrrad und mehr Platz für Zufußgehende fokussiert. Leider versucht die Bezirksvorstehung auch weiterhin diesbezüglich Arbeit von den Magistraten fernzuhalten, statt mit eigenen Ideen für echte Verbesserungen zu sorgen.

Unser Leitantrag galt der Verkehrssicherheit auf der Nußdorfer Straße. Der Alsergrund hat zuletzt wieder vermehrt negative Schlagzeilen wegen der fehlenden Sicherheit auf seinen oft nicht vorhandenen Radwegen gemacht. Unter den verunfallten Radfahrenden war auch der im Bezirk so beliebte Profisportler Michael Strasser. Er hatte zwar Glück im Unglück, inzwischen ist aber klar, dass so ein Unfall mit einem LKW auch längerfristig psychische Spuren hinterlässt (Michael Strasser | Facebook). Wir wünschen ihm weiterhin gute Besserung! Auf social media häufen sich Beschwerden über schmale Mehrzweckstreifen im Bezirk, die eher Gefahr als Schutz für Radfahrer:innen bedeuten. Auch der VCÖ hat eine Liste an Problemstellen zusammengestellt, die der Bezirk verbessern sollte, in denen dieses Problem angesprochen wird.

Da die Alserbachstraße im Zuge der Bürger:innen-Beteiligung rund um den Julius-Tandler-Platz noch mal neu bewertet werden soll, haben wir uns entschieden mit unserem Antrag die Situation auf der unteren Nußdorfer Straße zwischen Fuchsthallergasse und Währinger Straße in den Fokus zu nehmen. Wir wollten unterschiedliche Sofortmaßnahmen prüfen lassen, damit auf der Nußdorfer Straße Rad- und Autoverkehr besser voneinander getrennt werden können, bis eine umfassende Umgestaltung im Zuge der Ubahn-Baustelle Arne-Karlsson-Park ab 2026 möglich wäre.

Zum wiederholten Male ließ die SPÖ kein gutes Haar an unseren Vorschlägen und hat unseren Antrag schlussendlich gemeinsam mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ abgelehnt.

Ablehnung als einziger plan der SPö

Was auffällt ist, dass es nie Gegenvorschläge gibt, wie es besser gehen könnte und so bleibt Jahr für Jahr alles beim Alten am Alsergrund – sowohl was die Situation von Radfahrenden als auch von Zufußgehenden angeht.

Unser Antrag, ob die breiten Infosäulen zu den Eingängen des Universitätscampus am alten AKH wirklich noch zeitgemäß und notwendig wären, wurde nur mit Zuweisung in eine Kommission stattgegeben. Dort sind schon zwei frühere Anträge von uns gelandet ohne, dass es bis heute Ergebnisse gäbe. Die Alsergrunder Gehsteige bleiben an vielen neuralgischen und von uns schon in mehreren Anträgen benannten Stellen vollgestellt.

Auch beschlüsse werden nicht umgesetzt

Apropos ausgebremst: Immer wieder werden wir von Bürger:innen auf die fehlende Umsetzung der bereits 2x beschlossenen Tempo 30 Regelungen im gesamten Bezirk angesprochen. Also haben wir im März eine weitere Anfrage zum Stand der Dinge eingebracht. Die Beantwortung fiel wie so oft unbefriedigend und unklar aus. Das für Jänner vorangekündigte Gespräch mit den Wiener Linien hätte zwar stattgefunden, aber Ergebnisse gibt es auch im Juni 2022 keine zu kommunizieren. Es soll nur weitere Gespräche geben…

Stillstand Am Alsergrund

Seit Jahr und Tag werden wir auch bzgl. Schubertbrunnen vertröstet. Seit über 3 Jahren nur Absperrgitter und dieselbe Antwort: es gäbe Lieferprobleme… kann das wirklich noch jemand glauben? Daneben gleich der nächste Schandfleck bei der Mündung der Boltzmanngasse in die Alserbachstraße – vor der Beaver Brewing Company wurde vor ein paar Jahren eine Sitzinsel geschaffen, wo mensch nichts konsumieren muss. Seit 2020 ist diese aber von Absperrgittern der Polizei zugestellt. Warum nicht zumindest gleich nebenan bei der Baustelle des Schubertbrunnens, wo ohnehin seit langem nichts passiert?

wir Grünen bleiben dran!

Auch wenn die Antworten immer wieder zu kurz und wenig aussagekräftig ausfallen, geben wir nicht auf und haben auch dieses Mal wieder ein starkes Anfragepaket zu weiteren Fragen wie geplanten Baumpflanzungen, fehlender Gemeindebausanierung, dem Zustand unserer Kindergärten und Schulen und den Social Media Auftritten unserer Bezirksvorsteherin zusammengestellt, dass ihr hier downloaden könnt:

Grüne Anfragen Bezirksvertretungssitzung 22. Juni 2022

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