Dem Geheimnis der U5-Baustelle beim Arne Karlsson-Park auf der Spur

5 Grüne für Baum im Arne-Karlsson Park

Christa Schmid – Bis Ende Juni gab es trotz mehrfacher Nachfragen und Einforderung der Einsicht in die Planungen keine Möglichkeit für die anderen Fraktionen, Einblicke in die Planungen zur U-Bahnbaustelle zu bekommen.

Aus der Vorgeschichte „Station Frankhplatz/Universitätsstraße“ und anderen Projekten, die massive Auswirkungen auf die Lebensqualität im Bezirk haben werden, haben wir gelernt, dass die SP-Bezirksvorstehung nicht wirklich immer die Tragweite ihrer (stillschweigenden?) Zustimmungen  oder ihrer verspäteten Kritik erkennt (Stichwort AKH-Mauer). Deshalb ist uns wichtig, dass das Jahrhundertprojekt U5-Bau nicht wieder die Bedürfnisse der Alsergrunder:innen ignoriert, sondern dass notfalls falsche Gewichtungen offengelegt und revidiert werden können.

Licht ins Dunkel der Planungen

Wir waren in den letzten Jahren bemüht, Licht ins Dunkel der Planungen rund um den zentralen Park im Herzen des Alsergrunds zu bringen: Mitte Juni haben wir auf unsere detaillierte Anfrage zu den Planungen eine sehr oberflächliche Beantwortung durch die Bezirksvorsteherin erhalten.

Grüne Anfrage vom 23. März 2022

Anwort der Bezirksvorstehung vom 20.06.2022

Dieses nichtssagende Antwortschreiben macht wieder deutlich, dass die Bezirksvorsteherin keine Fakten schaffen möchte und die Bürger:innen nicht in die Karten lassen schauen will. Außerdem scheint sie auch ein sehr vereinfachtes Bild von der Bedeutung des Baumbestandes für die Menschen zu haben, wenn sie diese rein auf die simple CO2-Bindung reduziert.

was wir zur zeit wissen

Aus den Präsentationen der Renderings zur Planung fassen wir unsere Erkenntnisse – denen auch in der Bezirksvertretungssitzung vom 23.06.2022 nicht widersprochen wurde – zusammen:

  • Ja, es werden parkprägende Baumriesen gefährdet sein – welche und wie sehr: diese Informationen bleiben weiterhin in verschlossenen Schubladen.
  • Die Grobplanung wurde von der MA18 Ende März abgeschlossen und zur Detailplanung an die Wiener Linien übergeben. Außer der Bezirksvorstehung hat niemand die Ergebnisse noch die zugrundeliegenden Varianten (falls es solche gab) jemals zu Gesicht bekommen.
  • Eine strategische Umweltprüfung hätte unseres Erachtens schon in diesem Planungsstadium stattfinden müssen – weil allein ein Variantenvergleich auch die Sicherheit schaffen könnte, dass die umweltverträglichste Variante zur Weiterplanung kommt.
  • Ob auch die Option von Stationsabgängen in bestehenden Gebäuden (z.B. der Bezirksvorstehung) untersucht wurde, wurde nicht beantwortet – wir gehen also davon aus, dass das nicht der Fall ist.

Bei unserem Sommer-Bäume-Fest informierten wir die Parkbesucher:innen über unsere Befürchtungen und Einschätzungen  und markierten die potentiell gefährdeten Bäume. Die Betroffenheit der Menschen war sehr groß und wir konnten weitere Unterschriften und Unterstützer:innen zur Baumrettung gewinnen.

Großen Zuspruch gab es auch für weitere Aktivitäten zum Schutz der Bäume und viele Unterstützungsangebote. Danke dafür – wir bleiben definitiv dran, denn die Bäume im Arne Karlsson Park sind zu wichtig, um sie kampflos den Kettensägen zu überlassen!

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