Hildegard Burjan (geb. Freund)

Begründerin der Caritas Socialis (1883 –1933)

Hildegard Burjan

biografie

Hildegard Burjan wuchs in der Schweiz in einer bürgerlichen Mittelstandsfamilie mit jüdischen Wurzeln, jedoch ohne konfessionelle Bindung auf. Nachdem sie als junge Frau von schwerer Krankheit genesen war, konvertierte sie zum katholischen Glauben. In der Donaumetropole Wien, wohin sie 1907 mit ihrem Mann übersiedelte, sah Hildegard Burjan erstmals die Kehrseite des Glanzes der Jahrhundertwende: für Arbeiter*innen und Kleingewerbetreibende gab es kein soziales Netz, selbst ein 15-Stunden-Arbeitstag reichte kaum zum Überleben. Krankheit oder Arbeitslosigkeit waren existenzbedrohend.

1912 gründete sie einen Verein der Heimarbeiterinnen, in dem sie genossenschaftlich Wöchnerinnenschutz, Unterstützung im Krankheitsfall, Rechtsschutz und Fortbildungen organisierte. Hildegard Burjans politisches Engagement als Gemeinderätin und Nationalrätin galt auch nach dem Ersten Weltkrieg der sozialen Sicherung von Randgruppen und den Rechten der Frauen, die zu Beginn der 1920er Jahre wieder aus der Arbeitswelt verdrängt wurden.

Burjan war 1918-1920 die einzige christlich-soziale Abgeordnete und eine der ersten acht Frauen im Parlament. Oft schaffte sie es auch über die Parteigrenzen hinweg, einen Konsens zu erzielen. 1919 begründete Hildegard Burjan die CARITAS SOCIALIS, die sich zunächst vor allem der Betreuung von obdachlosen Frauen, schwer erziehbaren Jugendlichen und Prostituierten annahm, zunehmend aber Aufgaben staatlicher Fürsorgestellen übernahm.

weiterführende Literatur

  • Mitteilungen der Caritas Socialis – Hildegard Burjan: mit Spannungen leben. (Biografie)

Weitere Frauengeschichten

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