Bertha Pappenheim

Gründerin des Jüdischen Frauenbundes (1859–1936)

Bertha Pappenheim

biografie

Sie war Frauenrechtlerin und Mitgründerin des jüdischen Frauenvereines, der sich unter anderem der Problematik des Mädchenhandels annahm. Denn es gab schon zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einen „Handel“ mit osteuropäischen Mädchen, die unter falschen Versprechungen in Bordelle europäischer Großstädte verkauft wurden.

Zunächst wurden von Bertha Pappenheim „Übergangsheime“ geschaffen, um Mädchen Schutz zu bieten. Auch Arbeit konnte häufig vermittelt werden. Als wirksamsten Schutz sah Bertha Pappenheim eine Berufsausbildung, mit der die jungen Frauen ihren Lebensunterhalt selbst sichern konnten. Das von ihr gegründete und geleitete Mädchenwohnheim Neu-Isenburg, in dem 1928 rund 150 Frauen wohnten, gilt als ihr Lebenswerk. Hier sollte mittels moderner Sozialarbeit die Erziehung zur Selbstständigkeit erfolgen.

Die partriarchal-traditionalistische Haltung in liberalen genauso wie in orthodoxen Kreisen bewirkte, dass ihre Arbeit heftig kritisiert und die Einrichtung der Mädchenheime als stillschweigende Unterstützung von Prostitution und Unmoral gesehen wurde. Genau das Gegenteil hatte Berta Pappenheim im Sinn und sie scheute sich auch nicht, öffentlich Männer als „Täter“ zu bezeichnen.

An ihrem ehemaligen Wohnhaus am Alsergrund in der Liechtensteinstraße 2 wurde 2007 eine Gedenktafel angebracht.

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