Berta Zuckerkandl (Geb. Szeps)

Schriftstellerin und Journalistin, Vorkämpferin der Wiener Secession (1864–1945)

Berta Zuckerkandl

biografie

In ihrer Jugend lebte Berta Zuckerkandl am Alsergrund im Haus ihrer Eltern in der Liechtensteinstr. 51 – heute ist dies die Residenz der schwedischen Botschaft. Als Schriftstellerin, Übersetzerin und Journalistin war sie auch eine Vorkämpferin der Wiener Secession und förderte besonders junge, avantgardistische Künstler. In ihrem Salon begegneten einander berühmte bildende Künstler, aber auch Gustav Mahler und Alma Schindler lernten einander dort kennen und der „Jedermann“ erfuhr seine erste öffentliche Lesung in diesem Atelier. Später zählte Berta Zuckerkandl zu den Gründungsmitgliedern der Salzburger Festspiele, die 1920 erstmals stattfanden.

Nach dem Tod ihres Mannes 1910 und nach dem Ersten Weltkrieg musste sie mit dem Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen und avancierte bald zur politischen Kommentatorin und außenpolitischen Berichterstatterin. Als solche veröffentlichte sie vor allem zahlreiche Interviews mit hohen internationalen Politikern. 1938 floh sie vor den Nationalsozialisten nach Paris, wo sie dem Beirat der Zentralvereinigung Österreichischer Emigranten angehörte. Als Paris 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde, floh sie weiter nach Algier. 1945 erlebte sie die Niederlage der deutschen Wehrmacht und kehrte, bereits schwer krank, nach Paris zurück, wo sie wenig später starb.

Auf Initiative der Grünen Alsergrund wurde 2009 der bis dahin namenlose Weg von der U6-Station Spittelau zum Donaukanal in „Berta Zuckerkandl-Steg“ benannt.

Weitere Frauengeschichten

Skip to content