Anna Walla

Widerstandskämpferin gegen das Naziregime (1891–1944)

Anna Walla

biografie

Anna Walla (Wala) arbeitete bereits ab ihrem 14. Lebensjahr als Hilfskraft in einer Schneiderei, danach hatte sie zahlreiche schlecht bezahlte Arbeitsstellen. Mit Beginn der großen Wirtschaftskrise verlor sie 1932 schließlich ihre Arbeit als Vorführdame für ein Modegeschäft und war viele Jahre arbeitslos, bis sie 1940 bei der Auslandsbriefstelle Arbeit fand. Sie war nicht selbst jüdischer Abstammung, aber als „judenfreundlich“ vermerkt – vor 1938 hatte sie einen Nachbarn wegen seiner verbotenen Nationalsozialistischen Aktivitäten angezeigt.

1938 trat sie dem kommunistischen Jugendverband KJVÖ bei – ihre Wohnung in der Zimmermanngasse 15 war mit einer umfangreichen politischen Bibliothek ausgestattet und oftmals Treffpunkt für Zusammenkünfte und Diskussionen. Ab 1942 war sie aktiv im Versand von „Soldatenbriefen“, mit denen Frontsoldaten zu Widerstand und Desertion motiviert wurden: durch ihre Arbeit hatte sie Informationen von verschiedensten Fronten, die nicht für nationalsozialistische Propaganda geeignet waren und daher keine Verbreitung erfahren sollten (z.B. Missmanagement im Heer, Niederlagen, die Situation der Soldaten an der Front etc.).

Nach ihrer Inhaftierung im Mai 1943 wurde sie für diese Aktivitäten und „Verrat an den kommunistischen Feind“ vor Gericht gestellt und im Mai 1944 im Landesgericht Wien hingerichtet.

weiterführende Literatur

Weitere Frauengeschichten

Skip to content