Anna Freud

Psychoanalytikerin (1895–1982)

Anna Freud

biografie

Anna Freud wurde als jüngstes von Sigmund Freuds sechs Kindern geboren und machte eine Ausbildung als Volksschullehrerin. Sie hatte aber schon immer großes Interesse an der Psychoanalyse, ging bei ihrem Vater Sigmund Freund sozusagen „in die Lehre“ und widmete ihre spätere Arbeit als Psychoanalytikerin hauptsächlich Kindern.

Im Jahr 1923 eröffnete sie ihre eigene Praxis gleich gegenüber jener ihres Vaters in der Berggasse und wurde zur Mitbegründerin der Kinderanalyse. In dieser Fachrichtung verfasste sie diverse Bücher und Artikel, die heute als Standardwerke gelten. Das Ich und die Abwehrmechanismen (1936) wird oft als Hauptwerk ihres Schaffens genannt. Mit ihrem Vater verband sie ein inniges Verhältnis: sie arbeitete mit ihm zusammen, pflegte ihn während seiner Krebserkrankung und vertrat ihn auch auf Kongressen. Nach seinem Tod im Exil in London 1939 ging Anna weiterhin der Forschung nach und war bei Kongressen und Vorträgen präsent.

Privat lebte und arbeitete sie mit der amerikanischen Millionenerbin Dorothy Burlingham-Tiffany bis zu deren Tod zusammen, eine lesbische Liebe stritten aber beide zeitlebens immer ab. Die beiden gründeten gemeinsam das Hampstead War Nurseries in London, ein Pflegeheim für Kriegskinder und -waisen, das in den 1950er Jahren zu einer Klinik wurde, die Anna Freud selbst bis zu ihrem Tod leitete. Heute ist dieses ein Lehrinstitut für Kinderanalyse und wurde in ‚Anna-Freud-Center‘ umbenannt. 1975 wurde Anna Freud mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet und besuchte Österreich über die Jahre immer wieder. Bis zu ihrem Ableben 1982 lebte sie in London im Freud-Haus, das wie von ihr gewünscht, nach ihrem Tod zu einem Museum wurde.

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